Stadt Lingen schiebt gesellschaftliche Verantwortung beiseite
Der Kreisverband der Linken Emsland äußert scharfe Kritik an der Entscheidung der Lingener Stadtverwaltung, beliebte Sitzbänke in der Innenstadt zu entfernen und das Freifunk-WLAN am Marktplatz abzuschalten. Diese Maßnahmen sind nicht nur eine Abkehr von der gesellschaftlichen Verantwortung, sondern offenbaren auch eine ausgrenzende Haltung gegenüber nicht-konsumorientierten Stadtbesucher*innen.
Sitzbänke entfernen oder eher Menschen ausgrenzen?
Die Entfernung der Bänke am Markt ist nichts anderes als der Versuch, unliebsame Menschen aus der Innenstadt zu vertreiben. Manuel Bredol (Kreisvorstand) sagt dazu: „Die Stadt redet von ‚Störungen‘, dabei geht es schlicht darum, wer für sein Bier 5 € ausgeben kann und wer nicht.“ Wer im Biergarten sitzt, darf trinken und laut sein. Wer auf einer Bank sitzt, wird vertrieben. Das ist nichts anderes als Ausgrenzung. Damit macht die Stadt klar: Öffentliche Plätze sind für Kunden und nicht für alle Menschen da.
Doppelmoral bei öffentlichen Veranstaltungen
Es ist besonders bemerkenswert, dass die Stadt gleichzeitig zahlreiche Veranstaltungen organisiert, bei denen der öffentliche Alkoholkonsum gefördert wird. Feste wie das Bierkulturfest, das Weinlaubenfest und der Zapfenstreich zeigen, dass die Stadt ein Interesse daran hat, dass Menschen in der Öffentlichkeit alkoholische Getränke konsumieren, solange es den lokalen Gastronomiebetrieben zugutekommt. Hier offenbart sich eine Doppelmoral: Während man einerseits die Trinkkultur fördert, betreibt man auf der anderen Seite eine Verdrängungskultur.
Abschaltung des freien WLAN auf dem Marktplatz – Zugang zur digitalen Welt verwehrt
Weil es offenbar nicht ausgereicht hat, Menschen mit der Entfernung von Bänken aus der Innenstadt zu verdrängen, wurde nun auch noch das freie WLAN abgeschaltet. Bredol betont: „Damit trifft die Stadt genau diejenigen, die auf öffentliches WLAN angewiesen sind.“ Die Stadt zerstört damit bewusst ein Projekt, das Bürger*innen für alle geschaffen haben. Damit nimmt Sie Menschen eine der wenigen Möglichkeiten auf digitalen Zugang.
Unser Appell an die Stadtverwaltung
Warum versucht die Stadt mit allen Mitteln, die vermeintlichen „Probleme“ einfach nur zu verschieben, statt endlich die Ursachen anzugehen? Und das auch noch mit Maßnahmen die die Innenstadt für alle unattraktiver machen.
Die Linke fordert die Stadtverwaltung auf, diese Entscheidungen zu überdenken. Wir brauchen mehr Plätze für alle Bürgerinnen und Bürger, an denen Menschen unterschiedlicher Herkunft und sozialer Schichten zusammenkommen können, statt sie zu verdrängen.
Der Kreisvorstand
Die Linke Kreisverband Emsland

