Jan Deters
Angesicht von nicht gekannten Angriffen auf unsere soziale Sicherheit, die als Renten-, Krankenversicherungs- oder allgemeine Sozialreformen verkauft werden, möchte ich dem Widerstand entgegen setzen, da, wo das Leben tatsächlich stattfindet: vor Ort.
Die Aufrüstung und das Anheizen des Krieges in der Ukraine sind nicht nur ein Talkshowthema. Sie sind eine reale Bedrohung. Wir erleben sie dadurch, dass das Geld fehlt für Schulen, für Straßen, für den Öffentlichen Nahverkehr, für eine ortsnahe Gesundheitsversorgung und kulturelle Angebote. Im schlimmsten Fall erleben wir die Aufrüstung dadurch, dass unsere Freunde und Kinder als Wehrpflichtige an ihrem Leben bedroht sind oder dass wir Ziele in einem heißen Krieg werden. Die Landkreise, das Gesundheitssystem und auch die Bildungseinrichtungen werden von den Kriegstreibern in ihre Kriegsvorbereitungen einbezogen. Dagegen müssen wir uns wehren.
Als gebürtiger Wippinger habe ich mich mit den Bürgern meines Heimatortes gegen die Zerstörung unserer Dörfer durch eine Atommüll-Wiederaufbereitungsanlage und ein Atommüllendlager gewehrt. Und wir hatten Erfolg. Auch als versucht wurde, die Klimakrise zu ignorieren und in Dörpen ein Kohlekraftwerk zu bauen, war ich mit vielen Aktiven dabei, diesen Irrweg zu verhindern.
Mit dem Dorf-Blog Hallo-Wippingen.de kommentiere ich seit 25 Jahren das Zeitgeschehen. Doch jetzt glaube ich, dass es nötig ist, aktiv den Sozialstaat und die kommunale Selbstverwaltung vor denen in Schutz zu nehmen, die im Verbund mit den Rüstungskonzernen unser aller Leben in ihren Dienst nehmen wollen.
Als gesetzlicher Betreuer habe ich täglich mit denjenigen zu tun, die wegen Behinderung und Erkrankung auf den besonderen Schutz der Gemeinschaft angewiesen sind. Das schärft den Blick dafür, was es bedeutet, wenn es keine bezahlbaren Wohnungen gibt, wenn Anträge nicht rechtzeitig bearbeitet werden, wenn keine Busse fahren, wenn es keine Arzttermine gibt. Der Landkreis kann hier Vieles erreichen, und das sollte auch im Interesse der Bürger ausgeschöpft werden.

