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Image by Barbara Dondrup

Frauen* verdienen im Emsland besonders schlecht

KV Emsland

Heute ist Equal-Pay-Day. Zumindest im Emsland, denn bundesweit war der Tag schon am 27. Februar. Hier sind die Gründe und unsere Lösungsansätze dafür!

Was ist der Equal-Pay-Day?

Der Equal Pay Day macht sichtbar, wie groß die Lohnlücke zwischen Frauen* und Männern ist. Bundesweit lag dieser Tag bereits Ende Februar, doch im Emsland verschiebt er sich deutlich nach hinten. Hier fällt er erst auf den 5. April. Das bedeutet, dass Frauen* in der Region rechnerisch mehr als die ersten 3 Monate im Jahr “für Lau" arbeiten müssen, um auf das durchschnittliche Einkommen von Männern zu kommen.

26 Prozent weniger als Männer?!

Die Zahlen zeigen deutlich, wie groß das Problem ist. Im Emsland verdienen Frauen* etwa 26 Prozent weniger als Männer, während der Bundesdurchschnitt bei rund 16 Prozent liegt. 

Frauen* verdienen bundesweit im Schnitt 22,81 Euro pro Stunde, während Männer auf 27,05 Euro kommen. Selbst wenn man strukturelle Unterschiede wie Berufswahl, Arbeitszeit oder Qualifikation herausrechnet, bleibt ein bereinigter Gender-Pay-Gap von etwa 6 Prozent bestehen. Das bedeutet, dass Frauen* selbst bei vergleichbarer Tätigkeit und Qualifikation im Durchschnitt schlechter bezahlt werden. Quelle

Warum ist der Gehaltsunterschied hier so hoch?

Im Emsland kommen regionale Besonderheiten hinzu. Die Wirtschaftsstruktur ist stark von traditionell männlich dominierten Branchen geprägt, während besser bezahlte Positionen in diesen Bereichen für Frauen* oft schwerer zugänglich sind. Gleichzeitig erschwert eine unzureichende Infrastruktur, insbesondere im öffentlichen Nahverkehr, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Viele Frauen* arbeiten deshalb in Minijobs oder unterhalb ihrer Qualifikation. Auch steuerpolitische Instrumente wie das Ehegattensplitting setzen Anreize, dass ein Partner – häufig die Frau* – weniger arbeitet oder ganz aus dem Beruf aussteigt. Quelle

Welche konkreten Probleme ergeben sich?

Die Folgen dieser Ungleichheit sind weitreichend. Ein geringeres Einkommen bedeutet nicht nur weniger finanzielle Freiheit im Alltag, sondern auch schlechtere Absicherung im Alter. Frauen* sind dadurch häufiger von Altersarmut betroffen und geraten leichter in wirtschaftliche Abhängigkeiten. Gleichzeitig gehen der Wirtschaft qualifizierte Fachkräfte verloren, weil Potenziale nicht genutzt werden. Auch innerhalb von Unternehmen wirkt sich ungleiche Bezahlung negativ auf Motivation und Betriebsklima aus.

Das Fordern wir!

Um diese Entwicklung zu stoppen, braucht es politische Veränderungen. Dazu gehören höhere Löhne, insbesondere ein Mindestlohn von 15 Euro, sowie gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit. Außerdem sind bessere Betreuungsangebote wie mehr Kitas mit längeren Öffnungszeiten notwendig. Auch rechtliche Schritte gegen Lohndiskriminierung müssen erleichtert werden.

Informationen für Frauen*, die über einen beruflichen Neuanfang nachdenken, gibt es demnächst bei Veranstaltungen

  • in Papenburg (10. April im Rathaus),
  • in Meppen (17. April im Windthorst Gymnasium)
  • und in Nordhorn (24. April im Nino-Hochbau)

Jeweils von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr. Organisiert werden diese im Programm „Zukunftsregion Ems-Vechte“

www.zukunftsregion-ems-vechte.de/kommende-events/females-know-auftaktveranstaltungen/

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