Straßennamen mit NS-Bezug in Lingen

Steffen Baldauf

Der Stadtrat in Lingen hat sich gegen die Umbenennung von Nazi-Straßennamen entschieden.

Wir sagen: Keine Ehrung für Nazis!

Am 24. April ging es bei der Sitzung des Lingener Stadtrates um nicht weniger als die mögliche klare Abgrenzung gegen die Ehrung nationalsozialistischer Akteure in unserer Stadt. Die Ratsmitglieder hatten die Möglichkeit, sich klar gegen Nazis und Naziprofiteure zu positionieren. Am Ende entschieden sie sich schockierenderweise mehrheitlich dagegen.

In der Sache ging es um das Umbenennen von sechs Straßennamen, die bis auf eine Ausnahme nach wie vor die Namen von teils prominenten Nazigrößen tragen, u. a. Erwin Rommel und der lokale Rennfahrer und SS-Offizier Bernd Rosemeyer, um den sich in den letzten Jahren auch in Hinblick auf das geplante Bernd-Rosemeyer-Museum in Lingen ein bizarrer Heldenkult entwickelt hat.

Die Abstimmung, welche durch einen Antrag der CDU-Fraktion geheim stattfand, sendet ein fatales Signal, und zwar, dass sich eine Mehrheit der Ratsmitglieder aktiv für den Verbleib von Naziehrungen ausspricht, es delegitimiert gleichzeitig sämtliche Gedenkkultur, die in Lingen angestrengt wird und beschädigt das Andenken an die Opfer der NS-Zeit.

Es können noch so viele Stolpersteine geputzt werden.

Solange es dem Rat nicht ernst ist mit einer glaubhaft antifaschistischen Aufarbeitung der NS-Zeit, wird Gedenkkultur und Aufarbeitung immer ein bitterer Beigeschmack anhaften.

Die Linke Emsland fordert deshalb eine baldmöglichste Neuabstimmung und eine umfassende öffentliche Aufklärung über die Rollen der betreffenden Nazi-Akteure während der NS-Zeit.