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Image by Barbara Dondrup

Wen unterstützt Die Linke in Lingen bei der Oberbürgermeisterwahl?

Die Linke Lingen

Die Linke in Lingen hat den bisherigen Wahlkampf, die Aussagen der Bewerberinnen und Bewerber sowie die dazugehörige Berichterstattung aufmerksam verfolgt. Das Fazit ist deutlich: Es wird kein Kandidat oder keine Kandidatin unterstützt. Die Entscheidung hängt weniger mit der Person hinter dem Namen zusammen als mit der inhaltlichen Ausrichtung des bisherigen Wahlkampfs. Aus Sicht der Linken fehlen inhaltliche Akzente zu den sozialen Fragen, die viele Menschen in Lingen täglich beschäftigen.

Zurzeit drehen sich die Debatten vor allem um Personalfragen, Verwaltungsprojekte und politische Auseinandersetzungen. Gleichzeitig bleiben steigende Mieten, Armut, höhere Lebenshaltungskosten und soziale Teilhabe oft außen vor, obwohl genau das den Alltag vieler Menschen bestimmt. „Wer heute in Lingen mit einer kleinen Rente, einem geringen Einkommen oder auf Sozialleistungen lebt, spürt die Preissteigerungen jeden Monat. Miete frisst immer größeren Anteil des Einkommens, Lebensmittel werden teurer, Energie kostet mehr - oft reicht das Geld nicht bis Monatsende. Diese Realität muss im Mittelpunkt einer Oberbürgermeisterwahl stehen“, erklärt Manuel Bredol, der als Linken-Kandidat für den Stadtrat antritt.

Auch bei der Podiumsdiskussion der NOZ am 18. August in Halle IV kam deutlich rüber, dass diese Themen vielen Bürgerinnen und Bürgern fehlen. Eine Zuschauerin schilderte ihre Sorge über steigende Kosten und eine knappe Rente. Die Antworten am Abend konnten aus Sicht der Zuschauerin und der Linken nicht überzeugen.

Die Linke kritisiert den grundsätzlichen Schwerpunkt des Wahlkampfs. Alle Kandidat*innen sprechen zwar vom bezahlbaren Wohnraum, doch der Fokus richtet sich eher auf Mittelschicht statt darauf, dass Wohnen jetzt vor allem Menschen mit geringem Einkommen helfen müsste. Konkrete Konzepte, klare Ziele und nachvollziehbare Schritte sucht man vergeblich. "Es fehlt die Frage, wie Wohnen wieder bezahlbar wird. Es fehlt die Frage, wie Menschen mit kleinem Einkommen wirklich entlastet werden können. Es fehlt die Frage, wie soziale Teilhabe gesichert werden soll. Stattdessen wird viel geredet, doch zu selten geht es um diejenigen, die von den Entwicklungen am stärksten betroffen sind", so Ratskandidat Ralf Czogalla.

Auch der Umgang mit der AfD kritisiert die Linke. Zwar betonen die die Kandidat*innen demokratische Haltung und Ablehnung extremer Rechte, doch bleibt die entscheidende Frage oft unbeantwortet: Warum verlieren immer mehr Menschen das Vertrauen in die Politik? „Wer verhindern will, dass die AfD weiter wächst, muss die Ursachen bekämpfen. Menschen wenden sich nicht von der Politik ab, weil zu wenig Sonntagsreden über Demokratie zu hören sind. Sie wenden sich ab, weil Sorgen nicht ernst genommen werden. Wenn Miete steigt, Einkauf teurer wird und am Monatsende kaum Budget übrig bleibt, wächst die Frustration. Und genau dort setzt die AfD an!“, erklärt Aloys Tautz.

Die Linke Lingen wird sich deshalb weiterhin auf soziale Fragen konzentrieren und diese stärker in den Mittelpunkt der kommunalen Politik rücken. Während die Öffentlichkeit derzeit vor allem auf die Oberbürgermeisterwahl und parteipolitische Auseinandersetzungen schaut, geraten die Alltagsprobleme vieler Menschen leicht in den Hintergrund. „Der Maßstab ist klar: Politik muss zuerst denen helfen, die am wenigsten haben. Wenn es Menschen mit kleinem Einkommen, niedrigen Renten oder ohne Vermögen besser geht, profitiert davon die gesamte Stadtgesellschaft. Genau diese Perspektive fehlt im aktuellen Wahlkampf“, so Manuel Bredol zuletzt.

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